Derzeit laufende internationale EMF-Forschungsprogramme

 

ARIMMORA (Advanced Research on Interaction Mechanisms of electromagnetic exposures with Organisms for Risk Assessment)
Aufgrund von Hinweisen aus Bevölkerungsuntersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen häuslicher Exposition in niederfrequenten Magnetfeldern (NF-MF) und kindlicher Leukämie nahelegen, wurden diese Felder als „möglicherweise krebserregend für den Menschen" eingestuft. In dem genannten Projekt sollen die zugrunde liegenden physikalischen Mechanismen untersucht und ein möglicher ursächlicher Zusammenhang zwischen NF-MF-Exposition und Krebserkrankungen, speziell Kinderleukämie, geklärt werden. Im Einzelnen wird der mögliche Einfluss von NF-MF auf die folgenden Vorgänge untersucht:

  1. Genaktivierung in blutbildenden Stammzellen im Zusammenhang mit ihrer Differenzierung und der Festlegung von Abstammungslinien der Blutzellen.
  2. Veränderung von Signalprozessen in Zellen.
  3. Induktion möglicher genschädigender Prozesse bei T-Lymphozyten (weiße Blutkörperchen)
  4. Entstehung und Entwicklung kindlicher Leukämie anhand von neu entwickelten, genetisch veränderten Tiermodellen.

Die Bioexperimente sollen von innovativen biophysikalischen Computersimulationen begleitet werden, kombiniert mit den neuesten Gewebe- und Zellmodellen. Das Projekt wird aus Mitteln des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU finanziert.
http://arimmora-fp7.eu

 

COSMOS (Cohort Study of Mobile Phone Use and Health)
Von der WHO initiierte internationale Kohortenstudie, an der sich die fünf europäischen Länder Großbritannien, Dänemark, Schweden, Finnland und die Niederlande beteiligen. Ziel ist es, den Gesundheitszustand von etwa 250.000 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren über den Zeitraum von 20 bis 30 Jahren zu erfassen. Damit will man ermitteln, ob es einen Zusammenhang zwischen Gesundheitsproblemen und der Nutzung von Mobiltelefonen gibt. Neben Mobiltelefonen soll auch die Nutzung drahtloser Internetzugänge über WLAN, der Gebrauch von Schnurlostelefonen und Babyphones untersucht werden. Erste Zwischenergebnisse der Langzeitstudie werden ab dem Jahr 2015 erwartet.
http://www.ukcosmos.org/index.html

 

INTEROCC (Occupational Exposure and Brain Cancer)
Mit Fördergeldern der amerikanischen Nationalen Medizinischen Forschungsagentur NIH (National Institutes of Health) werden für dieses Forschungsprojekt Daten aus der weltweit größten Bevölkerungsstudie zum´Hirntumorrisiko durch Mobilfunk (INTERPHONE) erneut und mit erweiterten Methoden ausgewertet. Dabei konzentrieren sich die beteiligten Forscherteams auf eine mögliche Verbindung zwischen dem Auftreten verschiedener Hirntumorarten und der berufsbedingten Exposition gegenüber niederfrequenten und hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (EMF) sowie einer Auswahl von Chemikalien. Das Projekt wird derzeit an verschiedenen Forschungszentren durchgeführt und von Elisabeth Cardis am spanischen „Zentrum für epidemiologische  Umweltforschung“ (Centre for Research in Environmental Epidemiology, CREAL) in Barcelona koordiniert.
http://www.creal.cat/programes-recerca/

   

MOBI-KIDS (Study on Communication Technology, Environment and Brain Cancer in Young People)
Im Rahmen der Studie wird die Frage untersucht, ob Kommunikationstechnologien und umweltbedingte Expositionen Risikofaktoren für die Entstehung von Hirntumoren bei jungen Menschen sind. Über eine Studienzeit von fünf Jahren (2009-2014) sollen zirka 2.000 Personen zwischen 10 und 24, die an einem Hirntumor leiden sowie eine vergleichbare Anzahl von gesunden Personen an der Studie teilnehmen. Das Projekt wird koordiniert vom Zentrum für Forschung für umweltbezogene Epidemiologie (Centre for Research in Environmental Epidemiology, CREAL), wobei Forschungsteams in 13 Ländern einbezogen werden. Deutscher Projektpartner ist die Ludwig-Maximilians-Universität in München.
http://www.creal.cat/programes-recerca/

  

SEAWIND (Sound Exposure and Risk Assessment of Wireless Network Devices)
Die Studie zielt darauf ab, eine flächendeckende Abschätzung der Expostionen für typische Lebensumgebungen zu liefern, wie sie in Wohnungen, Büros und Klassenräumen bei installierten drahtlosen lokalen Netzwerken (WLAN oder WiFi), drahtlosen innerstädtischen Netzen (WMAN oder WiMAX), körpernahen drahtlosen Netzwerken (wireless personal area networks, WPAN) und WLAN-Geräten sowie spezifischen drahtlosen Applikationen in der Industrie, zum Beispiel neuartigen RFID Logistik-Applikationen auftreten.Weitere Informationen zu diesem Projekt:
http://seawind-fp7.eu/