Öffentlicher Diskurs

In Deutschland und international gibt es eine Vielzahl verschiedenster Akteure, die ihr Unbehagen gegenüber dem weiteren Aus- und Aufbau der Mobilfunknetze und der immer weiter voranschreitenden Verbreitung von Funktechnologien kritisch äußern. Sehr oft stehen dabei „Funkmasten“ (meist Mobilfunk-Basisstationen) mehr im Vordergrund als andere technische Funkanwendungen. Die Frage der möglichen gesundheitlichen Gefährdung des Menschen durch elektromagnetische Felder spielt hierbei immer eine zentrale Rolle. Neben Bürgerinitiativen (meist lokalen Sendemastgegnern) und Einzelakteuren (wie zum Beispiel Baubiologen) haben sich mittlerweile auch international tätige Organisationen gebildet, die kritische Wissenschaftler, Ärzte, Techniker und kleinere umweltengagierte Vereinigungen unter ihrem Dach vereinigen. Kirchen, Medien und politische Parteien vervollständigen das Bild, wenn es um den kritischen Umgang mit Funktechniken geht.

Oft herrscht ein unausgewogener Blick auf das Themenfeld vor, der ohne die Berücksichtigung aller aktuell vorhandenen wissenschaftlichen Fakten auskommt. Eine selektive Wahrnehmung wissenschaftlicher Ergebnisse werfen aber umgekehrt auch einige kritische Stimmen den „offiziellen“ Expertengremien vor. Die Vorwürfe reichen bis hin zu Verschwörungstheorien (zum Beispiel Kompetenzinitiative, Broschüre Nr. 4). Wenige der kritischen Akteure sind bemüht, sich dauerhaft auf einen sachlichen Austausch einzulassen und sich mit wissenschaftlichen Argumenten am öffentlichen Diskurs zu beteiligen oder ein Forum hierfür zu bieten. Als Zielobjekte der Kritik wird der (Mobilfunk-) Industrie und bisweilen auch staatlichen Stellen und bestimmten Wissenschaftlern unterstellt, dass sie ohnehin nur aus wirtschaftlichen Interessen handeln bzw. solche unterstützen würden. Die offizielle, wissenschaftlich gestützte Grenzwertpolitik sei nur eine scheinbare Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung, hinter der vornehmlich die Freihaltung wirtschaftlicher Interessen der Industrie und des Staates stünden. Dem entsprechend werden von fast allen Kritikern Grenzwertabsenkungen und Einschränkungen im Gebrauch und in der weiteren Verbreitung von Funkanwendungen gefordert.

In den letzten Jahren ist vor allem eine immer bessere (auch internationale) Vernetzung, Bündelung und zum Teil Professionalisierung der ehemals verstreut operierenden Kritikerorganisationen zu beobachten (ein Beispiel: Diagnose-Funk). Mittlerweile stehen sogar internationale Kongresse unter dem Zeichen einer vorrangig oder sogar ausschließlich kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Das mediale Zeitalter, vor allem das Internet, trägt dazu bei, die Informationsflut für Nichtfachleute immer unübersichtlicher zu machen, so dass die Mitteilungen der Kritiker immer schwerer von offiziellen Stellungnahmen und Veröffentlichungen unterscheidbar werden. Zum Beispiel werden immer wieder einzelne wissenschaftliche Studien als „Beweise“ der Schädlichkeit bestimmter Funkanwendungen von Kritikern und einem Teil der Medien hervorgehoben. Der Bürger ist trotz (oder gerade wegen) der Informationsfülle oft einer Desinformation ausgesetzt, der nur durch eingehendes Fachwissen zur genauen Beurteilung des Einzelfalles begegnet werden kann.

Insgesamt spielen Kritiker in der heutigen, medienbestimmten öffentlichen Wahrnehmung eine beachtliche Rolle bei der Meinungsbildung in der Bevölkerung.

Exemplarisch werden einige Links zu kritisch ausgerichteten Organisationen, Einzelakteuren und Medien aufgeführt, aber auch zu solchen, die sich in diesem Zusammenhang um einen neutralen und sachlichen öffentlichen Diskurs bemühen:

 

Organisationen:

Einzelakteure:

 

Unabhängige Akteure, die einen sachlichen Diskurs fördern: