Laufende nationale Forschungsprogramme und -intitiativen

Deutschland

Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
Das BfS  intiiert und koordiniert im Rahmen des Umweltforschungsplans des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) Forschungsprojekte.  Darüber hinaus  hat das BfS mit der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) eine Zusammenarbeit über Fragen gesundheitlicher Auswirkungen des Digitalfunks BOS vereinbart und führt in diesem Rahmen Forschungsvorhaben durch. Übersicht über die laufenden Projekte unter:
http://www.emf-forschungsprogramm.de/akt_emf_forschung.html 

Schweiz

Forschungsstiftung Mobilkommunikation (FSM)
Die Schweizer Forschungsstiftung Mobilkommunikation (FSM) ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Sie wird getragen durch eine Kooperation wissenschaftlicher Institute, Behörden sowie durch NGOs (Non-Governmental Organisations) und Industrieunternehmen. Die Forschungsmittel kommen aus einem Fonds, dem grundsätzlich jährlich 550.000 Schweizer Franken zur Verfügung stehen. Ziel der FSM ist die Förderung von innovativen Forschungsprojekten auf dem Mobilfunksektor sowie die Aufarbeitung und Verbreitung entsprechender Forschungsresultate in Wissenschaft und Gesellschaft.  Es werden Projekte unterstützt, die für die Öffentlichkeit wichtige Fragen über Chancen und Risiken des Mobilfunks untersuchen. Hierzu gehören Projekte der Grundlagenforschung, der Risikowahrnehmung sowie der Technologie und angewandten Forschung. 
http://www.mobile-research.ethz.ch

Frankreich

Fondation Santé et Radiofréquences
Die Stiftung hat am 6. April 2006 eine erste Ausschreibung zum Thema Gesundheit und Hochfrequenz gestartet. Einbezogen werden alle hochfrequenten Quellen und Anwendungen: Fernsehen, Rundfunk, Mobiltelefonie, lokale drahtlose Netze, Sicherheitssysteme usw. Folgende Themen sollen vorrangig und ausführlich behandelt werden:

  • Einfluss der Hochfrequenz auf Kinder, Jugendliche und kommende Generationen;
  • Verbesserung der Kenntnisse bezüglich Exposition, insbesondere was neue Anwendungen und neue Technologien anbelangt;
  • Mechanismen des sozialen Dialogs im Bereich Hochfrequenz und Gesundheit.

Die Stiftung erwartet insbesondere Projekte mit einer multidisziplinären Vorgehensweise.  Das Finanzierungsvolumen beträgt insgesamt 1,8 Millionen Euro.
http://www.sante-radiofrequences.org

Niederlande

Nationales Forschungsprogramm „Electromagnetic Fields and Health Research“
Das nationale Forschungsprogramm startete 2006 und hat eine Laufzeit von sechs Jahren.  Im Rahmen des Programms der Niederländischen Organisation für Gesundheitsforschung und Entwicklung (ZonMW) wird eine nationale Wissensinfrastruktur und -autorität zum Thema elektromagnetische Felder (0-300 GHz) und Gesundheit aufgebaut.  Das Programm ist mit einem Gesamtbudget von 16,6 Mio. Euro ausgestattet, wovon unter anderem drei  Lehrstühle eingerichtet wurden. Die Forschungsprojekte konzentrieren sich auf die drei Hauptbereiche:

  • Sozialforschung und Epidemiologie
  • Biologische Forschung
  • Technologie.

http://www.zonmw.nl/en/programmes/all-programmes/electromagnetic-fields-and-health-research

USA

NTP Cell Phone Radiofrequency Radiation Studies
Das "National Toxicology Program" (NTP) führt Untersuchungen zu  Mobilfunkstrahlung in drei Stufen durch: (1) Eine Serie von Pilotstudien, zur Ermittlung der Feldstärken, unter deren Einfluss es zu keiner nennenswerten Erhöhung der Körpertemperatur kommt; (2) subchronische Toxizitätstudien, in denen die Nagetiere verschiedenen nicht-thermischen Feldstärken für bis zu zwei Monate ausgesetzt werden; und (3) chronische Toxizitäts- und Karzinogenizitätstudien, in denen  Nagetiere bis zu 24 Monate exponiert werden. Letztere sollen Ende 2010 anlaufen und voraussichtlich bis 2012 dauern. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse wird in den Jahren 2013 und 2014 gerechnet.
http://ntp.niehs.nih.gov/ntpweb/index.cfm?objectid=7E733ABE-BDB5-82F8-FBDC3F58C0CEE928

United Kingdom

Mobile Telecommunications and  Health Research Program (MTHR)
Für das MTHR Programm wurden 2001 von Industrie und Regierung gemeinsam 13 Millionen Euro für die Erforschung von Auswirkungen des Mobilfunks zur Verfügung gestellt. Phase I des Programms (MTHR1) ist abgeschlossen und die Ergebnisse der ersten 23 Projekte wurden im Jahr 2007 in einem Bericht veröffentlicht. Im gleichen Jahr startete die erste Ausschreibung der zweiten Phase des Programms (MTHR2).
http://www.mthr.org.uk/index.htm

Dänemark

Forschungsprogramm „Forskningprogrammet for ikke-ioniserende-straaling“
Das "Forschungsprogramm für nichtionisierende Strahlung" startete im Jahr 2004 mit dem Ziel, mögliche Gesundheitsrisiken des Mobilfunks, insbesondere für Kinder und Jugendliche, zu untersuchen. Insgesamt steht für die Projekte ein Budget von 30 Mio. DKK (ca. 4 Mio.Euro) zur Verfügung.
http://www.mobil-straaling.dk/

Australien

MoRPhEUS (Mobile Radiofrequency Phone Exposed Users Study)
In dieser Verbund-Kohortenstudie, die an verschiedenen Forschungszentren in Australien stattfindet, wird eine Kohorte von Kindern ab ihrem 7. Lebensjahr über zunächst drei Jahre im Hinblick darauf verfolgt, ob der Gebrauch von Handys ihre Hirnfunktion, den Blutdruck oder das Hörvermögen beeinflusst. Dabei werden Personendosimeter, die am Körper getragen werden, zur Ermittlung der persönlichen, über die Zeit aufsummierten Feldexposition eingesetzt. Befragungen liefern ergänzende Informationen über die subjektive Wahrnehmung der Telefonierhäufigkeit und –Dauer. Es ist geplant, die gewonnene Kohorte eventuell in 5, 10 oder 20 Jahren wiederholt zu untersuchen, um möglichen Langzeiteffekten auf die Spur zu kommen.
http://www.med.monash.edu.au/epidemiology/partnerships/morpheus.html

http://www.acrbr.org.au/Research/epidemiology.aspx

http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1471-2288-9-36.pdf

China

Chinesisches EMF Forschungsprogramm
Das fünfjährige Forschungsprogramm “Mechanismen von Gesundheitsrisiken durch elektromagnetische Felder (EMF) und Grundlagenforschung im Gesundheitsschutz“ der Chinesischen Regierung wurde im Januar 2011 gestartet. Die drei Forschungsschwerpunkte sind:

  1. Erforschung der Umwandlung von EMF-Energie in biologischen Geweben und von Mechanismen der Empfindlichkeit von Zellen gegenüber EMF
  2. Erforschung von EMF-empfindlichen Organen und den Gesetzmäßigkeiten und Mechanismen von Genschädigungen,
  3. Erforschung der Merkmale von Gesundheitsrisiken in der Bevölkerung insgesamt und EMFGefahrenmonitoring.

Die Originalbeschreibung des Projekts sowie die englische Übersetzung sind auf den Webseiten der Schweizer Stiftung für die Erforschung von Informationstechnologien in der Gesellschaft (IT'IS) verfügbar.
http://www.itis.ethz.ch/assets/Downloads/Projects/2011CB503700-chinese-english.pdf

 

 

 

 

 

Forschungsstrategie des BfS zu Magnetfeldexpositionen und Leukämien im Kindesalter (EMF-Spectrum 3/2011)

 

 

 

Aktuelles Portrait des US-amerikanischen NTP-Programms